Industrie-Zeitalter
(1700 – 1900 n. Chr.)
Eine wichtige Folge der wissenschaftlichen Revolution war die Wirkung, die sie auf die Haltung der
Menschen gegenüber Wissenschaft und Technologie hatte. Die Überzeugung wuchs, dass die
Wissenschaft alles erreichen könne. Dieser Glaube trug mehr als die tatsächlichen wissenschaftlichen
Forschungen dazu bei, die industrielle Revolution einzuläuten.
Der Motor des Industrie-Zeitalters war vorwiegend Dampf. Die Dampfmaschine wurde vielerorts
eingesetzt, von Fabriken über unterirdische Minen bis hin zu Schiffen. In Fabriken ermöglichte das
Konzept standardisierter Produkte mit austauschbaren Teilen eine billigere und effizientere Produktion.
Schusswaffen gehörten zu den ersten Produkten, die von der Massenproduktion profitierten. Verschiedene
Änderungen des Designs verbesserten die Qualität der Gewehre noch mehr: Hinterlader, gezogene Läufe
und Perkussionsschlösser wurden in dieser Zeitspanne zur Norm.
Mehrere wissenschaftliche Durchbrüche hatten eine enorme Auswirkung auf die Zivilisation. In der
Medizin erwies sich die Theorie der Krankheitserreger als höchst einflussreich. Pasteurisierung und
Antiseptika, die Mikroorganismen abtöteten, führten dazu, dass sich die Lebenserwartung in den nächsten
einhundertfünfzig Jahren fast verdoppelte. Darwins Evolutionstheorie machte es in Verbindung mit
Gregor Mendels Arbeit über Erbanlagen und Genetik möglich, dass die Vielfalt des Lebens auf der Erde
besser verstanden wurde.
Im Industrie-Zeitalter fand die Elektrizität, bis dahin eine wissenschaftliche Kuriosität, erstmals
praktische Anwendung. Als die ersten elektrischen Batterien und Generatoren erfunden waren, stand
Elektrizität für alle möglichen Aufgaben zur Verfügung. Der Elektromotor wurde erfunden, um
elektrische Energie in mechanische Energie umzuwandeln. Der Telegraf und kurz darauf das Telefon
revolutionierten die Kommunikation. Elektrische Glühlampen verdrängten mit der Zeit Gaslaternen als
nächtliche Lichtquellen.